Handgelenk-, Schulter- und Kopfverletzungen beim Snowboarden vorbeugen
Beim Snowboarden verteilen sich die Verletzungen anders als beim Skifahren: Beim Skifahren steht das Knie vorne, beim Snowboarden das Handgelenk. In einer Studie über 18 Saisons im US-Bundesstaat Vermont machten Handgelenkverletzungen beim Snowboarden 27,6 % aller Verletzungen aus, beim Skifahren nur 2,8 %; auch Schulter- und Schlüsselbeinverletzungen sowie Gehirnerschütterungen waren bei Snowboardern häufiger. Die gute Nachricht: Die häufigste Verletzung ist auch die, der man am leichtesten vorbeugen kann. Laut einer systematischen Übersichtsarbeit, die 6 Studien zusammenfasst, senken Handgelenkschützer das Risiko einer Handgelenkverletzung auf etwa ein Viertel. Mit Helm ist die Wahrscheinlichkeit einer Kopfverletzung um etwa 35 % geringer. Weil Anfänger sich häufiger verletzen, ist es wichtig, in den ersten Tagen Protektoren zu tragen und richtig fallen zu lernen.
Verfasst von: Outdoor-AkademieFachliche Prüfung: Mustafa Kaya · 27. Oktober 2026Veröffentlicht: 4 Min. LesezeitKIS-112
Skifahren und Snowboarden: unterschiedliche Verletzungen
Ergebnis
Quelle
Handgelenkverletzungen machen beim Snowboarden 27,6 % aller Verletzungen aus, beim Skifahren 2,8 %
Vermont, 18 Saisons (American Journal of Sports Medicine, 2012)
Schulter-, Sprunggelenk-, Schlüsselbeinverletzungen und Gehirnerschütterungen sind bei Snowboardern häufiger
Dieselbe Studie
Unter den Verletzungen der oberen Extremitäten entfallen beim Snowboarden 36 % auf das Handgelenk, beim Skifahren 37 % auf die Schulter
Metaanalyse mit mehr als 750.000 Verletzungen (Shoulder & Elbow, 2026)
37,5 % der verletzten Snowboarder waren Anfänger
Ein Skigebiet in China (BMJ Open, 2020)
Beim Skifahren ist das Knie am häufigsten verletzt; Details findest du im Ratgeber Knieverletzungen beim Skifahren. Beim Snowboarden sind dagegen beide Füße fest auf dem Brett, und beim Sturz streckst du reflexartig die Hände nach vorne; deshalb bekommt das Handgelenk den ersten Aufprall ab.
Handgelenkschützer: die Maßnahme mit der stärksten Evidenz
Bei der Sicherheit im Snowboarden ist die Evidenz für Handgelenkschützer am stärksten:
Randomisierte Studie: In einer randomisierten Studie mit 5.029 Snowboardern gab es in der Gruppe mit Handgelenkschützern 8, in der Gruppe ohne 29 Handgelenkverletzungen (American Journal of Sports Medicine, 2001). In derselben Studie waren Anfänger in ihren ersten 5 Tagen und Leute mit Leihausrüstung anfälliger für Verletzungen.
Systematische Übersichtsarbeit: Laut einer Übersicht, die 6 Studien zusammenfasst, sank bei Trägern von Handgelenkschützern das Risiko einer Handgelenkverletzung auf etwa ein Viertel (relatives Risiko 0,23) und das Risiko eines Handgelenkbruchs auf etwa ein Drittel (0,29) (Clinical Journal of Sport Medicine, 2007).
Trag in den ersten Tagen unbedingt Handgelenkschützer; es gibt Modelle, die unter dem Handschuh getragen werden, und solche, die in den Handschuh integriert sind.
Schulter und Schlüsselbein
Schulter- und Schlüsselbeinverletzungen können entstehen, wenn du beim Sturz den gestreckten Arm zum Boden ausstreckst oder direkt auf die Schulter fällst. Schnelle, unkontrollierte Stürze, vor allem der plötzliche Aufprall nach dem Verkanten, sind die häufigste Ursache. Verkanten passiert meist, wenn das Brett flach läuft und die talseitige Kante im Schnee hängen bleibt; wenn du dein Gewicht auf der richtigen Kante hältst und dein Tempo kontrollierst, sinkt das Risiko.
Der Kopf: Helm und Verkanten
Gehirnerschütterungen sind bei Snowboardern häufiger als bei Skifahrern; deshalb ist es wichtig, beim Sturz nach hinten nicht mit dem Hinterkopf auf den Boden zu schlagen. Laut einer Metaanalyse von 12 Studien ist mit Helm die Wahrscheinlichkeit einer Kopfverletzung um etwa 35 % geringer. Zur Wahl des Helms lies den Ratgeber Den richtigen Skihelm wählen: Passform, Norm und Schutz; in Erciyes ist das Tragen eines Helms Pflicht.
Richtig fallen
Nicht mit der Hand abstützen: Den Reflex abzulegen ist schwer, aber man kann es lernen; mach eine Faust und halte die Arme nah an der Brust.
Auf Unterarme und Knie fallen (Toeside): Wenn du nach vorne fällst, versuch auf Unterarmen und Knien zu landen.
Auf Po und Rücken abrollen (Heelside): Wenn du nach hinten fällst, setz dich auf den Po, mach den Rücken rund und zieh das Kinn zur Brust, damit dein Hinterkopf nicht auf den Boden schlägt.
Die richtige Falltechnik bringt dir der Snowboardlehrer in der ersten Stunde bei.
6 Regeln für Anfänger
Trag Handgelenkschützer und Helm.
Verbring den ersten Tag mit einem Snowboardlehrer im flachen Anfängerbereich.
Halte dein Gewicht auf der richtigen Kante, um nicht zu verkanten; sei vorsichtig, wenn das Brett flach läuft.
Bleib auf Pisten, auf denen du dein Tempo kontrollieren kannst.
Hör auf, wenn du müde wirst; gegen Ende des Tages nehmen die Verletzungen zu.
Achte darauf, dass die Leihausrüstung zu dir passt (richtige Schuhgröße, passendes Brett).
Ein Aktivurlaub mit Protektoren inklusive
Bei einem Aktivurlaub werden Schutzausrüstung und Unterricht von Anfang an eingeplant: In den Erciyes-Grundkurspaketen von Doğadayız sind neben der Snowboardausrüstung Helm, Skibrille, Handgelenkschützer, Hüftprotektor, Knie- und Ellbogenschützer inklusive, und Lehrer, die dem Türkischen Skiverband (TKF) angehören, zeigen dir am ersten Tag, wie du richtig fällst. Mit Leuten auf demselben Niveau zu lernen, macht das Programm zu einer sozialen Abenteuerreise; für den Einstieg ins Snowboarden lies den Ratgeber Snowboarden lernen: Wie fängst du an?.
Doğadayız-Pakete
Doğadayız-Pakete für dein Niveau
Winter-Aktivurlaube mit Unterkunft, Skipass und Ausrüstung inklusive – gemeinsam in der Gruppe.
Der einfachste Weg, Skifahren zu lernen: ein Winter-Aktivurlaub
Ein Aktivurlaub stellt einen Sport in den Mittelpunkt: Anreise, Unterkunft und Verpflegung sind geplant, du konzentrierst dich ganz aufs Lernen auf der Piste. Bei den Winter-Aktivurlauben von Doğadayız sind Unterkunft, Skipass und Ski- oder Snowboardausrüstung in jedem Paket enthalten; in den Kurspaketen gibt es Grundunterricht mit Skilehrern des Türkischen Skiverbands, in den Erlebnispaketen übst du auf der Piste auf deinem eigenen Niveau.
Was das Programm besonders macht, ist die Gruppe: mit Leuten auf ähnlichem Niveau auf derselben Piste, abends gemeinsames Essen und Partys, und immer ein Gruppenleiter an deiner Seite. Auch wer allein kommt, ist vom ersten Tag an Teil dieser sozialen Abenteuerreise. Deshalb beschreiben wir unsere Programme als soziale Abenteuerreise.
Welche Verletzung ist beim Snowboarden am häufigsten?
Handgelenkverletzungen. In einer Studie über 18 Saisons in Vermont machten Handgelenkverletzungen beim Snowboarden 27,6 % aller Verletzungen aus, beim Skifahren nur 2,8 %. Weil man beim Sturz reflexartig die Hände nach vorne streckt, bekommt das Handgelenk den ersten Aufprall ab.
Helfen Handgelenkschützer wirklich?
Ja, sie sind die Sicherheitsmaßnahme beim Snowboarden mit der stärksten Evidenz. Laut einer systematischen Übersichtsarbeit, die 6 Studien zusammenfasst, senken Handgelenkschützer das Risiko einer Handgelenkverletzung auf etwa ein Viertel; eine randomisierte Studie mit 5.029 Snowboardern kam zu einem ähnlichen Ergebnis.
Wie fällt man beim Snowboarden richtig?
Ohne dich mit der Hand abzustützen: Nach vorne fällst du auf Unterarme und Knie, nach hinten setzt du dich auf den Po, machst den Rücken rund und ziehst das Kinn zur Brust. Die richtige Falltechnik lernst du in der ersten Stunde.
Ist Snowboarden gefährlicher als Skifahren?
Die Verletzungsarten sind unterschiedlich: Beim Skifahren stehen Knieverletzungen vorne, beim Snowboarden Handgelenk-, Schulter- und Kopfverletzungen. Ein erheblicher Teil der verletzten Snowboarder sind Anfänger; wer mit Handgelenkschützern, Helm und Snowboardlehrer anfängt, senkt das Risiko deutlich.
Das Knie ist beim Skifahren die am häufigsten verletzte Körperregion: Laut einer klinischen Übersichtsarbeit zu Skiverletzungen betreffen 27–41 % aller Verletzungen das Knie. Die häufigsten Knieverletzungen sind Verstauchungen des vorderen Kreuzbands (VKB) und des Innenbands (MCL); in einer Studie über 18 Saisons im US-Bundesstaat Vermont war die VKB-Verletzung bei Skifahrern die häufigste Einzelverletzung (17,2 %). Es gibt zwei typische Mechanismen: Phantom Foot (bei Rücklage kommt das Gewicht auf das Ende des Talskis) und die schuhbedingte Verletzung (Landung nach einem Sprung mit gestrecktem Bein). Zur Vorbeugung sind die richtige Bindungseinstellung, Aufhören bei Müdigkeit, keine Rücklage und sich beim Sturz nicht wehren wichtig; ein Aufklärungstraining für Skigebietspersonal verringerte schwere Knieverstauchungen um 62 %.
Mit dem Snowboarden fängst du an, indem du deinen Stand (Regular oder Goofy) bestimmst, mit einer Anfängerstunde beim Snowboardlehrer und mit Leihausrüstung. Am ersten Tag lernst du, dich mit einem Fuß abzustoßen und auf der Fersenkante (Heelside) sowie auf der Zehenkante (Toeside) seitlich zu rutschen; danach wechselst du mit dem Falling Leaf die Richtung und fährst meist am 2.–3. Tag deine ersten verbundenen Kurven.
Bei der Wahl eines Skihelms kommt es auf drei Dinge an: Norm, Passform und Kompatibilität mit der Skibrille. In Europa gilt für Ski- und Snowboardhelme die Norm EN 1077 (Klasse A bedeckt die Ohren und hat eine strengere Durchdringungsprüfung; Klasse B bietet mehr Belüftung und besseres Hören), in den USA ASTM F2040. Der Helm sollte fest, aber ohne Druckschmerz sitzen, sich beim Kopfschütteln nicht bewegen, und unter den Kinnriemen sollten zwei Finger passen. Laut einer Metaanalyse von 12 Studien ist bei Helmträgern die Wahrscheinlichkeit einer Kopfverletzung um etwa 35 % geringer, und Nackenverletzungen nehmen nicht zu. Nach einem heftigen Aufprall sollte der Helm ersetzt werden, auch wenn kein Schaden zu sehen ist.