Unfall auf der Piste – was tun? Hilfe holen und Unfallstelle sichern
Passiert auf der Piste ein Unfall, sicherst du zuerst die Unfallstelle: Steck etwa 10 Meter oberhalb des Verletzten die Ski gekreuzt in den Schnee (ein Snowboard legst du mit den Bindungen nach unten hin), damit dich Nachkommende von oben sehen. Dann holst du Hilfe: In der Türkei wählst du für alle Notfälle die 112 oder verständigst das nächste Liftpersonal und den Pistendienst. Besteht der Verdacht auf eine schwere Verletzung, bewege den Verletzten nicht, halte ihn warm und bleib bei ihm. Nach den Regeln des Internationalen Skiverbands ist Hilfeleistung bei einem Unfall Pflicht für alle, und alle, die an einem Unfall beteiligt sind oder ihn beobachtet haben, müssen ihre Personalien angeben.
Verfasst von: Outdoor-AkademieFachliche Prüfung: Mustafa Kaya · 27. Oktober 2026Veröffentlicht: 4 Min. LesezeitKIS-088
Die ersten 60 Sekunden: 6 Schritte
Anhalten und selbst sicher bleiben: Bleib, ohne dich selbst in Gefahr zu bringen, etwas oberhalb der Unfallstelle stehen.
Unfallstelle markieren: Steck etwa 10 Meter oberhalb des Verletzten deine Ski oder Stöcke gekreuzt in den Schnee; ein Snowboard legst du mit den Bindungen nach unten hin. Wer von oben kommt, sieht die Unfallstelle und wird langsamer.
Den Verletzten einschätzen: Ist er bei Bewusstsein, atmet er, wo hat er Schmerzen? Besteht der Verdacht auf eine Nacken- oder Rückenverletzung, bewege ihn nicht.
Hilfe holen: In der Türkei wählst du die 112; wenn möglich, bleibt eine Person beim Verletzten, während eine andere das Personal an der nächsten Liftstation oder den Pistendienst verständigt.
Den Ort genau beschreiben: Pistennummer und -farbe, Name des nächsten Lifts, Tor oder Station. Hier helfen die Nummern auf dem Pistenplan.
Warm halten und dableiben: Auf dem kalten Boden kühlt ein Verletzter schnell aus; leg deine Jacke oder eine Decke unter und über ihn und bleib bei ihm, bis Hilfe kommt.
FIS-Regeln: Hilfeleistung und Ausweispflicht
Die letzten beiden der 10 Verhaltensregeln des Internationalen Skiverbands (FIS) betreffen Unfälle:
Regel 9 – Hilfeleistung: Bei einem Unfall ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.
Regel 10 – Ausweispflicht: Alle, die an einem Unfall beteiligt sind oder ihn beobachtet haben, ob verantwortlich oder nicht, müssen nach dem Unfall Namen und Adresse angeben.
Laut der FIS-Erläuterung soll sofort Erste Hilfe geleistet werden; außerdem sind die zuständigen Stellen zu verständigen und die Unfallstelle zur Warnung anderer Skifahrer zu markieren. Alle Regeln findest du im Ratgeber Die 10 FIS-Verhaltensregeln für die Piste.
Wer hilft in der Türkei?
112: Seit Juni 2021 sind Polizei, Gendarmerie (Jandarma), Feuerwehr, Rettungsdienst und die übrigen Notrufnummern in allen 81 Provinzen der Türkei unter der 112 zusammengefasst. Auch bei einem Unfall im Skigebiet kannst du zuerst die 112 anrufen.
Such- und Rettungsdienst der Gendarmerie (Jandarma Arama Kurtarma, JAK): In den großen Skigebieten sind JAK-Teams im Einsatz. Laut der Nachrichtenagentur Anadolu rücken die JAK-Teams in Erciyes zu etwa 700 Einsätzen pro Jahr aus; sie erreichen den Unfallort mit dem Schneemobil, leisten Erste Hilfe und übergeben den Verletzten an die 112. In Palandöken liegt die JAK-Station auf 2.242 Metern; es gibt Patrouillen auf Ski, mit Motorfahrzeugen und mit Hunden, und per Drohne werden Personen, die wegen Lawinengefahr gesperrte Bereiche betreten, sowie Personen ohne Helm erfasst und bestraft.
Teams des Betreibers: Laut Erciyes A.Ş. bringt ein 25-köpfiges Pistenteam Verletzte zur Sanitätsstation und arbeitet mit JAK und 112 zusammen; nach den allgemeinen Regeln des Betreibers ist die Erste Hilfe durch Pistendienst und Sanitätsteam kostenlos.
In Bansko (Bulgarien)
Auch in Bulgarien ist die allgemeine Notrufnummer die 112. Der Bergrettungsdienst (PSS) des Bulgarischen Roten Kreuzes gab am 26. August 2026 bekannt, dass er die Kurznummer 1470 abgeschaltet hat; die 112 funktioniert in Gebieten mit schwachem Empfang besser. Um die PSS zu erreichen, kannst du die 112 anrufen und um Verbindung mit der Bergrettung bitten; die weiteren Nummern des Dienstes sind 02 963 2000, 0887 100 237 und 0887 100 238. In älteren Reiseführern steht eventuell noch die 1470; sie gilt nicht mehr.
Wann solltest du einen Verletzten nicht bewegen?
Bei Verdacht auf eine Nacken-, Rücken- oder Kopfverletzung (z. B. Aufprall bei hohem Tempo, Bewusstlosigkeit, Benommenheit).
Bei einer deutlichen Fehlstellung an Bein oder Arm.
Wenn der Verletzte bei Bewegung starke Schmerzen hat.
In diesen Fällen hältst du den Verletzten an Ort und Stelle ruhig und warm; den Transport überlässt du dem Pistenteam und dem Sanitätspersonal. Liegt die Unfallstelle mitten auf der Piste, ist die Markierung deshalb so wichtig.
Nach dem Unfall
Personalien austauschen: Lass dir Namen und Kontaktdaten aller Beteiligten geben und gib deine eigenen an (FIS-Regel 10).
Zeugen: Notier dir die Daten der Zeugen.
Versicherung: Wenn du versichert bist, bewahre den Unfallbericht und die medizinischen Unterlagen auf; was eine Skiversicherung abdeckt, erklären wir im Ratgeber Reiseversicherung für den Skiurlaub.
Unfälle vermeiden
Die meisten Unfälle lassen sich vermeiden: Helm tragen (in Erciyes Pflicht), auf Pisten fahren, die zu deinem Niveau passen, das Tempo kontrollieren, aufhören, wenn du müde wirst, und nicht abseits der Piste fahren. Die Liftregeln erklären wir im Ratgeber Wie benutzt du Sessellift, Schlepplift und Gondelbahn?.
In der Gruppe fahren
In einem Aktivurlaub hat das Fahren in der Gruppe auch Vorteile für die Sicherheit: Wenn etwas passiert, ist jemand bei dir, und der Gruppenleiter organisiert Treffpunkte und Kommunikation. In den Winterprogrammen von Doğadayız hat jede Gruppe einen Gruppenleiter; deshalb ist jedes unserer Programme zugleich eine soziale Abenteuerreise. Vergiss nicht, die Nummer deines Gruppenleiters im Handy zu speichern.
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Winter-Aktivurlaube mit Unterkunft, Skipass und Ausrüstung inklusive – gemeinsam in der Gruppe.
Der einfachste Weg, Skifahren zu lernen: ein Winter-Aktivurlaub
Ein Aktivurlaub stellt einen Sport in den Mittelpunkt: Anreise, Unterkunft und Verpflegung sind geplant, du konzentrierst dich ganz aufs Lernen auf der Piste. Bei den Winter-Aktivurlauben von Doğadayız sind Unterkunft, Skipass und Ski- oder Snowboardausrüstung in jedem Paket enthalten; in den Kurspaketen gibt es Grundunterricht mit Skilehrern des Türkischen Skiverbands, in den Erlebnispaketen übst du auf der Piste auf deinem eigenen Niveau.
Was das Programm besonders macht, ist die Gruppe: mit Leuten auf ähnlichem Niveau auf derselben Piste, abends gemeinsames Essen und Partys, und immer ein Gruppenleiter an deiner Seite. Auch wer allein kommt, ist vom ersten Tag an Teil dieser sozialen Abenteuerreise. Deshalb beschreiben wir unsere Programme als soziale Abenteuerreise.
Welche Nummer wählt man bei einem Unfall auf der Piste?
In der Türkei wählst du für alle Notfälle die 112. Verständige außerdem das nächste Liftpersonal oder den Pistendienst. In großen Skigebieten wie Erciyes und Palandöken sind zudem Teams des Such- und Rettungsdienstes der Gendarmerie (JAK) im Einsatz.
Wie markiert man eine Unfallstelle?
Steck etwa 10 Meter oberhalb des Verletzten Ski oder Stöcke gekreuzt in den Schnee; ein Snowboard legst du mit den Bindungen nach unten hin. So sehen Nachkommende von oben die Unfallstelle und werden langsamer.
Was soll ich tun, wenn ich einen Unfall beobachte?
Nach den FIS-Regeln ist Hilfeleistung bei einem Unfall Pflicht für alle, und auch Zeugen müssen Namen und Adresse angeben. Markiere die Unfallstelle, hol Hilfe und bleib beim Verletzten, bis die Rettungskräfte da sind.
Wie lautet die Bergrettungsnummer in Bansko?
Die allgemeine Notrufnummer ist die 112. Der bulgarische Bergrettungsdienst hat die Kurznummer 1470 im August 2026 abgeschaltet; du kannst die 112 anrufen und um Verbindung mit der Bergrettung bitten. Die weiteren Nummern des Dienstes sind 02 963 2000, 0887 100 237 und 0887 100 238.
Die 10 FIS-Verhaltensregeln sind die Regeln, die der Internationale Skiverband für Skifahrer und Snowboarder aufgestellt hat: Rücksicht auf andere, Beherrschung der Geschwindigkeit, Wahl der Fahrspur, Überholen, Einfahren in die Piste, Anhalten, Aufstieg und Abstieg zu Fuß, Beachten der Zeichen, Hilfeleistung und Ausweispflicht. Sie sind kein Gesetz; weltweit dienen sie aber als Maßstab, wenn bei Skiunfällen die Haftung beurteilt wird.
Zum Skifahren in der Türkei ist eine Versicherung keine gesetzliche Pflicht, aber wichtig: Die normale private Unfallversicherung schließt laut ihren Allgemeinen Bedingungen Sportarten auf Schnee und Eis aus, sofern nichts anderes vereinbart ist; du musst also einen Ski- oder Wintersportschutz in deine Police aufnehmen lassen. Ein Skipass enthält nicht immer eine Versicherung: Der Skipass in Erciyes bietet keinen Versicherungsschutz; in Bansko ist dagegen eine Bergversicherung im Skipasspreis enthalten. Im Ausland brauchst du für ein Schengen-Visum eine Reisekrankenversicherung mit einer Deckung von mindestens 30.000 €. Wenn du ein Winter-Aktivurlaub-Paket buchst, prüf gesondert, welche Versicherungen enthalten sind.
Bei der Wahl eines Skihelms kommt es auf drei Dinge an: Norm, Passform und Kompatibilität mit der Skibrille. In Europa gilt für Ski- und Snowboardhelme die Norm EN 1077 (Klasse A bedeckt die Ohren und hat eine strengere Durchdringungsprüfung; Klasse B bietet mehr Belüftung und besseres Hören), in den USA ASTM F2040. Der Helm sollte fest, aber ohne Druckschmerz sitzen, sich beim Kopfschütteln nicht bewegen, und unter den Kinnriemen sollten zwei Finger passen. Laut einer Metaanalyse von 12 Studien ist bei Helmträgern die Wahrscheinlichkeit einer Kopfverletzung um etwa 35 % geringer, und Nackenverletzungen nehmen nicht zu. Nach einem heftigen Aufprall sollte der Helm ersetzt werden, auch wenn kein Schaden zu sehen ist.