Seitrutschen heißt, mit parallelen Ski quer zur Falllinie die Kanten nach und nach zu lösen und kontrolliert seitlich den Hang hinunterzurutschen. Um die Ski flacher zu stellen, streckst du dich leicht aus Sprunggelenken, Knien und Hüfte; um langsamer zu werden oder anzuhalten, beugst du dich leicht und richtest die Knie zum Hang, wodurch der Kantwinkel größer wird. Laut PSIA ist Seitrutschen ein wirksamer Weg, an einem Hang, der dir etwas zu steil vorkommt, sicher Höhe zu verlieren – und weil es das Lösen der Kanten lehrt, ist es auch die Grundlage für Parallelschwünge und den Hockeystopp.
Verfasst von: Outdoor-AkademieFachliche Prüfung: Mustafa Kaya · 27. Oktober 2026Veröffentlicht: 6 Min. LesezeitKIS-007
Was ist Seitrutschen?
Die CSIA, der kanadische Skilehrerverband, definiert Seitrutschen als seitliche Bewegung des Skis, bei der sich Spitze und Ende gleich weit verschieben. Die Ski gleiten also, ohne sich zu drehen, quer zur Falllinie seitlich den Hang hinunter.
Gesteuert wird das allein über den Winkel der Kante. Laut CSIA steigt mit größerem Kantwinkel die Reibung, und das seitliche Rutschen nimmt ab; der Ski rutscht, wenn er weniger stark gekippt wird als die Körperneigung des Skifahrers. Die CSIA betont außerdem, dass das Lösen der Kanten – also den Kantwinkel vorhersehbar und kontrolliert zu verringern – im Unterricht oft zu kurz kommt.
Warum ist das wichtig?
Raus aus einem steilen Abschnitt: Laut PSIA ermöglicht Seitrutschen, an Hängen, die man „etwas zu steil“ findet, sicher Höhe zu verlieren. Was du tun kannst, wenn du dich auf einer Piste über deinem Niveau wiederfindest, erklären wir im Ratgeber Skifahren auf steilen Pisten.
Tempokontrolle am Bogenende: Am Ende des Bogens lässt du die Ski rutschen und nimmst Tempo heraus, statt Fahrt aufzunehmen.
Die Grundlage des Parallelschwungs: Laut PSIA lehrt Seitrutschen, die Kanten zu lösen und die Ski sowohl nach vorne als auch zur Seite gleiten zu lassen. Auch der Unterrichtsplan der CSIA empfiehlt gegen das Problem, dass sich die Ski zu Beginn des Bogens zum Pflug öffnen (Stemmen), „Auf-zu“-Seitrutschübungen, die sich auf das Lösen des unteren Skis konzentrieren; für den Übergang lies den Ratgeber Vom Schneepflug zum Parallelschwung.
Seitrutschen Schritt für Schritt
Ausgangsposition: Stell dich an einem flachen Hang mit parallelen Ski quer zur Falllinie. Beug dich leicht; die Ski stehen auf den bergseitigen Kanten, du bist in der Haltung der Schrägfahrt.
Lös die Kante:Streck dich leicht aus Sprunggelenken, Knien und Hüfte. Die Ski werden flacher und beginnen seitlich zu rutschen.
Steuer das Tempo:Beug dich leicht und richte die Knie zum Hang; der Kantwinkel wird größer, das Rutschen langsamer.
Halt an: Beug dich noch etwas mehr, vergrößere den Kantwinkel; die Ski greifen.
Wiederhole: Rutschen, bremsen, anhalten. Dann dreh dich in die andere Richtung und mach dasselbe.
Das sind auch die Bewertungskriterien von PSIA-NW: Die Kanten werden durch eine Streckbewegung gelöst, die Ski bleiben parallel, der Oberkörper ist ruhig und im Gleichgewicht.
Seitrutschen nach vorne
Wenn du gerade nach unten rutschen kannst, lässt du die Ski nach unten und gleichzeitig nach vorne gleiten. Die Beschreibung der PSIA: Streck dich aus der Grundhaltung mit Sprunggelenken, Knien und Hüfte, um die Ski flacher zu stellen, und roll dann Sprunggelenke und Knie etwas weiter talwärts. Die Ski rutschen auf einer schrägen Linie gleichzeitig nach vorne und zur Seite. Laut PSIA musst du dich nicht einmal mit den Stöcken abstoßen, sobald Knie und Sprunggelenke leicht talwärts zeigen.
Falling Leaf (Pendeln)
In der Übungsliste von PSIA-NW besteht das Falling Leaf aus Seitrutschen zur einen Seite der Falllinie und dann zur anderen, indem du den Druck zwischen vorne und hinten veränderst:
Gibst du das Gewicht etwas nach vorne, rutschen die Ski nach vorne,
gibst du es etwas nach hinten, rutschen sie nach hinten.
Das Ergebnis ist die Spur eines Blattes, das am Hang hin und her pendelt. Diese Übung schult dein Vor-Rück-Gleichgewicht und dein Kantengefühl zugleich.
Die Girlande: Seitrutschen mit dem Bogen verbinden
Die Girlanden-Übung aus dem Anfängerleitfaden der PSIA verbindet das Seitrutschen mit dem Bogen:
Beginne mit einer flachen Schrägfahrt.
Roll die Knie zum Hang, dreh so die Ski bergwärts und werde langsamer.
Roll Sprunggelenke und Knie leicht talwärts und geh ins Seitrutschen nach vorne über.
Wiederhole das quer über den Hang.
Die Skispur schlängelt sich wie eine Girlande. Wenn du bei jeder Wiederholung etwas näher an der Falllinie beginnst, kommst du – wie ein Fächer, der sich öffnet – nach und nach einem ganzen Bogen näher.
Der Hockeystopp
Die schnelle, scharfe Variante des Seitrutschens ist der Hockeystopp. Die Beschreibung der PSIA:
Beginne aus einer flachen Schrägfahrt.
Beug dich schnell und dreh gleichzeitig Füße und Ski bergwärts.
Halte den Druck vorne im Skischuh.
Beginne mit der Zeit näher an der Falllinie; etwas mehr Kantwinkel sorgt für einen sehr schnellen Stopp.
PSIA weist darauf hin, dass diese Fertigkeit vor allem beim Heranfahren an die Liftschlange und beim Einfahren in eine andere Piste nützlich ist. Wenn du in der Gruppe fährst, warn die Leute hinter dir vorher; ein plötzlicher Stopp ist für alle, die von hinten kommen, eine Überraschung. Auch die FIS-Verhaltensregeln verlangen, dass die Stelle, an der du anhältst, von oben gut sichtbar ist.
Häufige Fehler
Fehler
Folge
Korrektur
Zum Hang lehnen
Das Gewicht geht auf den oberen Ski, die Ski greifen nicht oder rutschen plötzlich
Das Gleichgewicht auf dem unteren Ski halten, die Kante durch Strecken lösen
Skispitzen oder Skienden drehen
Die Ski drehen talwärts, das Tempo steigt plötzlich
Spitze und Ende gleich weit rutschen lassen, Vor-Rück-Gleichgewicht halten
Nur den oberen Ski lösen
Die Ski öffnen sich, du landest wieder im Pflug
Beide Kanten gemeinsam lösen; vor allem auf den unteren Ski achten
Mit den Armen Gleichgewicht suchen
Der Oberkörper schwankt
Oberkörper ruhig, Hände vorne
Erster Versuch im sehr steilen Gelände
Kontrollverlust
Erst am flachen Hang, dann schrittweise steiler
Die Freiheit des kontrollierten Rutschens
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Mit parallelen Ski quer zur Falllinie löst du die Kanten, indem du dich leicht aus Sprunggelenken, Knien und Hüfte streckst, und die Ski rutschen seitlich. Um langsamer zu werden oder anzuhalten, beugst du dich leicht und richtest die Knie zum Hang, wodurch der Kantwinkel größer wird.
Wofür ist Seitrutschen gut?
Laut PSIA kannst du damit an einem Hang, der dir etwas zu steil vorkommt, sicher Höhe verlieren und am Bogenende Tempo herausnehmen; und weil es das Lösen der Kanten lehrt, ist es die Grundlage für Parallelschwünge und den Hockeystopp.
Wie macht man einen Hockeystopp?
Aus einer flachen Schrägfahrt beugst du dich schnell und drehst Füße und Ski bergwärts, wobei der Druck vorne im Skischuh bleibt. Mit der Zeit beginnst du näher an der Falllinie. Nützlich ist das an Liftschlangen und Pisteneinmündungen; warn die Leute hinter dir vorher.
Auf steilen Pisten kontrollierst du das Tempo nicht durch Bremsen, sondern über die Schwungform. Laut dem US-amerikanischen Skilehrerverband PSIA verlangen steile Pisten stärker ausgefahrene, rundere Schwünge, damit du nicht zu schnell wirst: Nachdem die Ski die Falllinie gekreuzt haben, drehen sie weiter zum Hang hin, und das Tempo sinkt. PSIA empfiehlt auf steilen und eisigen Pisten kürzere Schwünge, weil du dann weniger Zeit in der Falllinie verbringst; ein schneller, entschlossener Kanteneinsatz am Schwungende schafft eine stabile Plattform. Die Ski drehen mit den Beinen, der Oberkörper bleibt ruhig; der Stockeinsatz gibt den Rhythmus vor. Wenn es schwierig wird, ist es immer eine Option, mit Seitrutschen und Schrägfahrt sicher hinunterzukommen.
Der Übergang zum Parallelschwung passiert nicht in einem Schritt, sondern über eine Zwischenstufe: Schneepflug → Wedge Christie → einfacher Parallelschwung. Beim Wedge Christie beginnst du den Bogen im Schneepflug und beendest ihn parallel, indem du den Innenski während des Bogens zum Außenski beistellst. Laut dem amerikanischen Skilehrerverband PSIA wird das Zusammenführen leichter, wenn du das Innenbein entspannst und den Außenski belastest; mit wachsender Erfahrung rückt das Zusammenführen weiter an den Bogenanfang. Beim echten Parallelschwung wird das Gewicht schon vor Bogenbeginn auf den neuen Außenski verlagert, und diese Bewegung kommt aus den Beinen, unter einem ruhigen Oberkörper.
Carving ist ein Schwung, bei dem der Ski ohne seitliches Rutschen auf seiner eigenen Kante fährt. Nach der Definition des Internationalen Skiverbands folgt das Skiende bei einem reinen Carvingschwung genau der Spur, die die Skispitze zieht, und es gibt kein seitliches Rutschen; im Schnee bleiben zwei schmale Linien zurück. Den Radius des Schwungs bestimmen der Kantenwinkel, der Taillierungsradius und die Durchbiegung des Skis: Je stärker der Ski aufgekantet wird, desto enger der Schwung. Beim gerutschten Schwung dagegen dreht sich der Ski auf der Schwungbahn und rutscht seitlich. Laut dem US-amerikanischen Skilehrerverband PSIA werden die Kanten bei einem guten Schwung gewechselt, bevor die Ski in die Falllinie drehen, und der Kantenwinkel nimmt im Verlauf des Schwungs allmählich zu und ab.